Die Geschichte der Rosenkreuzer
Der Orden der Rosenkreuzer hat seine Wurzeln im Deutschland des beginnenden 17. Jahrhunderts. In dieser geistigen Umbruchzeit zwischen Protestantismus, Katholizismus und mythischen Lehren werden die drei Gründungsschriften der Rosenkreuzer veröffentlicht.
Die Wurzeln der Rosenkreuzer im 17. Jahrhundert
Zu den Lehrinhalten der Geheimgesellschaft gehören vor allem die Alchemie, die Hermetik und die Kabbala. Die Rosenkreuzer sind eine mythische Geheimgesellschaft, die zum Beginn des 17. Jahrhunderts ihre Wurzeln hat. In dieser Zeit kam es in Europa zu einem religiösen Umbruch – die lutherische Reformation stand der Gegenreformation gegenüber. Alte christliche Glaubensinhalte gerieten ins Wanken, womit die geistige Orientierung der Menschen ihre Festigkeit verlor. In dieser Zeit der Suche nach neuer Religiosität, wurden drei Schriften herausgebracht, die als Grundmanifeste der Rosenkreuzer gelten. Alle drei erschienen in Deutschland. 1614 erschien die Fama Fraternitatis R.C., der sogenannte “Der Ruf der Bruderschaft des Rosenkreuzes”. Danach veröffentlichte man 1615 die Confessio Fraternitatis R.C. – auch als “Das Bekenntnis der Bruderschaft des Rosenkreuzes” bekannt. Und zuletzt kam 1616 die Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz heraus. In dieser Schrift ist der erzählende Protagonist Christian Rosencreutz, der als Begründer des Ordens gilt. Alle drei Schriften erschienen ohne Autorenangabe, aber der evangelische Theologe Johann Valentin Andreae gilt als Urheber. Man vermutet, dass er zu einem Kreis Tübinger Gelehrter gehörte, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die reformatorischen Gedanken im Sinne einer “Generalreformation” wieder zu beleben.
Werdegang der Rosenkreuzer
Die Lehrinhalte der Rosenkreuzer sind vor allem durch die Alchemie, durch die Hermetik und durch die Kabala geprägt. Im 17. Jahrhundert gründeten sich etliche Gruppierungen, die sich als Rosenkreuzer bezeichneten. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) unterband das öffentliche Wirken der Rosenkreuzer. Im 18. Jahrhundert taucht der alchemistische “Orden der Unzertrennlichen” auf, den man als Fortsetzung des Tübinger Kreises betrachten kann. Ursprünglich waren ausschließlich Bergarbeiter und deren Vorgesetzte Mitglieder. Diese Gruppe vereinigte sich angeblich 1671 mit dem “Palmenorden”, wodurch ein Beitritt adliger und gebildeter Leute möglich wurde. Auch Johann Valentin Andreae und Moritz von Hessen-Kassel, ein Landgraf, waren darunter. 1757 wird der “Orden der Gold- und Rosenkreuzer” in Frankfurt bekannt. Auch hier beschäftigte man sich mit der Kabbala, sowie mit alchemistischen und magischen Dingen. Man wollte die Geheimnisse der Natur ergründen und mit Gott eins werden. Die Rosenkreuzer hatten großen Einfluss auf den preußischen Hof unter der Regierung von Friedrich Willhelm II. Auf diese Weise kam der Orden zu politischer Macht, welche sich gegen die lutherische Kirche, gegen die Aufklärung und vor allem gegen die Illuminaten richtete. 1787 kam es zu einer Stilllegung aller Ordensaktivitäten. Als Grund dafür gilt die verstärkte politische Ausrichtung. Trotzdem gab es eine geheime Aktivität bis 1793. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden verstärkt neue Rosenkreuzer-Orden gegründet. Diese standen zum Teil mit den Freimaurern in Verbindung.
Die Rosenkreuzer – zwischen religiöser Suche und politischer Macht
Die Rosenkreuzer wurden als mythischer Orden in einer Zeit der religiösen Verwirrung geboren und verwandelten sich im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einer Gesellschaft mit politischem Einfluss. Beginnend mit den drei Grundschriften, als deren Verfasser der evangelische Theologe Johann Valentin Andreae gilt, verbreiteten sich die Ideen des Ordens in ganz Deutschland. Viele neue Gruppen entstanden auch nach der Stilllgegung der Ordensaktivitäten 1787.
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